Blogbeitrag

Ab welchem Vermögen lohnt sich eine Stiftung wirklich?
Eine Person hält einen Stift über ein Modellhaus, mit den Texten "ImmoTAX" und "Stiftung gründen".
ARTIKEL | 4 Min.

Die wichtigsten Punkte vorab

  • Eine Stiftung lohnt sich nicht automatisch ab 1 Mio. €
  • Entscheidend ist deine Strategie – nicht die Vermögenshöhe
  • Wer Gewinne reinvestieren will, profitiert eher als Konsumenten
  • Mindestvermögen ist Voraussetzung – Wirtschaftlichkeit ist der Maßstab

Die häufigste Fehlannahme: „Ab einer Million macht eine Stiftung Sinn“

Viele glauben, eine Stiftung sei erst ab einer bestimmten Vermögensgrenze sinnvoll – häufig wird die Schwelle von einer Million Euro genannt. Diese pauschale Aussage ist jedoch schlicht falsch. Eine Stiftung kann sich mit deutlich weniger Vermögen lohnen – und sie kann selbst bei mehreren Millionen Euro völlig unpassend sein. Entscheidend ist nicht die Summe, sondern was du mit deinem Vermögen vorhast.

Entscheidend ist deine Strategie – nicht dein Kontostand

Stiftungen entfalten ihre Vorteile vor allem dann, wenn Vermögen langfristig gebunden, reinvestiert oder geschützt werden soll. Sie sind weniger geeignet, wenn Gewinne zeitnah privat verbraucht werden. Ein einfaches Szenario verdeutlicht das: Du verkaufst dein Unternehmen für 1 Million Euro. Möchtest du den Erlös überwiegend privat nutzen – etwa für ein Eigenheim, Reisen oder Lebenshaltung – bringt dir eine Stiftung in der Regel keinen Vorteil. Denn sobald Geld aus der Stiftung an dich privat ausgeschüttet wird, fällt zusätzliche Steuer an. Möchtest du jedoch den Großteil des Verkaufserlöses weiter investieren – in Immobilien, Wertpapiere oder neue Beteiligungen – kann eine Stiftung erhebliche Vorteile bieten. Denn das Kapital bleibt nahezu vollständig im System und kann effizient weiterarbeiten. Der Unterschied liegt also nicht im Vermögen, sondern in der Verwendungsabsicht.

Gibt es ein Mindestvermögen?

Ja. Für die Gründung einer Stiftung ist ein gewisses Grundstockvermögen erforderlich. Je nach Bundesland liegt dieses meist zwischen 50.000 € und 200.000 €. Dieses Vermögen muss nicht zwingend aus Bargeld bestehen. Auch Unternehmensanteile oder Immobilien können eingebracht werden. Allerdings reicht das Mindestvermögen allein nicht aus, um die Stiftung wirtschaftlich sinnvoll zu machen. Die Gründung verursacht Kosten – juristisch, steuerlich und administrativ. Diese müssen sich langfristig amortisieren. Eine Stiftung sollte deshalb so eingesetzt werden, dass sie strukturell und steuerlich tatsächlich Vorteile generiert.

Wann sich eine Stiftung besonders lohnt

Eine Stiftung ist vor allem dann sinnvoll, wenn:
  • Gewinne langfristig reinvestiert werden sollen
  • Vermögen vor privaten Risiken geschützt werden soll
  • eine klare Nachfolgeregelung gewünscht ist
  • Unternehmensstrukturen stabilisiert werden sollen
  • Streitigkeiten zwischen Erben vermieden werden sollen
Wer regelmäßig Gewinne erzielt, die nicht vollständig privat entnommen werden, kann durch die Struktur einer Stiftung langfristig erhebliche Vorteile erzielen.

Wann sich eine Stiftung eher nicht lohnt

Weniger geeignet ist eine Stiftung, wenn:
  • Vermögen überwiegend privat konsumiert werden soll
  • keine Reinvestitionsstrategie besteht
  • nur ein kleiner, einmaliger Vermögenswert übertragen wird
  • keine langfristige Struktur- oder Nachfolgeplanung gewünscht ist
Eine Stiftung ist kein kurzfristiges Steuersparmodell, sondern ein strategisches Instrument.

Vermögensschutz und Nachfolge: Unabhängig von der Höhe

Neben steuerlichen Effekten spielen häufig Vermögensschutz und Nachfolgeplanung eine Rolle. Vermögen in einer Stiftung gehört nicht mehr dir persönlich. Es ist damit grundsätzlich von privaten Risiken – etwa Insolvenz oder Scheidung – getrennt. Gleichzeitig kann über die Satzung klar geregelt werden, wie Unternehmen oder Immobilien langfristig geführt werden sollen. Gerade bei unternehmerischen Familien ist dieser Aspekt oft wichtiger als reine Steueroptimierung.

Praxisbeispiel: Zwei Unternehmer – zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse

Unternehmer A verkauft seine Firma für 1,2 Millionen Euro. Er möchte sich zur Ruhe setzen, ein Haus kaufen und seinen Lebensstil genießen. Eine Stiftung würde hier keinen strukturellen Vorteil bringen, da die Mittel privat benötigt werden. Unternehmer B verkauft ebenfalls für 1,2 Millionen Euro, plant jedoch neue Beteiligungen, Immobilienkäufe und langfristigen Vermögensaufbau. Für ihn kann eine Stiftung sinnvoll sein, weil das Kapital nahezu vollständig weiter investiert werden kann. Gleiche Vermögenshöhe – völlig unterschiedliche Bewertung.

FAQ – Ab welchem Vermögen lohnt sich eine Stiftung?

Brauche ich mindestens eine Million Euro für eine Stiftung?

Nein. Die Millionengrenze ist ein Mythos. Entscheidend ist die Strategie.

Was ist das Mindestvermögen für eine Gründung?

Je nach Bundesland meist zwischen 50.000 € und 200.000 €.

Lohnt sich eine Stiftung bei einmaligem Vermögenszufluss?

Nur, wenn das Kapital langfristig reinvestiert werden soll.

Kann ich auch Immobilien oder Unternehmensanteile einbringen?

Ja. Diese eignen sich sogar besonders gut für Stiftungsstrukturen.

Ist die Stiftung ein reines Steuersparmodell?

Nein. Sie ist ein strategisches Instrument für Struktur, Schutz und Nachfolge.
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