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Ab welchem Vermögen lohnt sich eine Stiftung wirklich?

  • Die Entscheidung für eine Stiftung hängt nicht allein von der Vermögenshöhe ab
  • Entscheidend ist, ob Vermögen reinvestiert oder privat verbraucht werden soll
  • Es gibt Mindestanforderungen an das Stiftungsvermögen
  • Stiftung eignet sich auch für Vermögensschutz und Nachfolge
Die Vermögenshöhe ist nicht das entscheidende Kriterium
Oft hört man, eine Stiftung lohne sich erst ab einer Million Euro Vermögen. Gleichzeitig gibt es Konstellationen, in denen selbst bei einem Millionenvermögen keine Stiftung sinnvoll ist. Die reine Zahl sagt also wenig aus. Viel wichtiger ist die Frage: Was soll mit dem Vermögen passieren? Eine Stiftung ist ein Instrument zur Strukturierung, zum Vermögensaufbau und zum Schutz. Wer hingegen plant, Gewinne vollständig privat zu konsumieren, wird in vielen Fällen keinen Vorteil aus einer Stiftung ziehen.
Praxisfrage: Verkauf eines Unternehmens für 1 Million Euro
Nehmen wir an, ein Unternehmer verkauft seine Firma für eine Million Euro. Lohnt sich dafür eine Stiftung? Die Antwort hängt davon ab, was mit dem Verkaufserlös geschehen soll. Wenn das Geld privat verwendet werden soll – etwa für ein Eigenheim oder zur freien Lebensgestaltung – bringt die Stiftung keinen steuerlichen Vorteil. Zwar kann eine Stiftung unter bestimmten Umständen Unternehmensverkäufe sehr niedrig besteuern, doch das Vermögen gehört dann der Stiftung. Soll es privat entnommen werden, fällt erneut Steuer an. Am Ende bleibt man in einer ähnlichen Belastung wie beim direkten Privatverkauf. Anders sieht es aus, wenn der Großteil des Verkaufserlöses reinvestiert werden soll – beispielsweise in Immobilien, Wertpapiere oder neue Beteiligungen. Dann kann die Stiftung ihre Stärke ausspielen, weil deutlich mehr Kapital im System bleibt und weiterarbeiten kann. Genau hier entsteht der strategische Vorteil.
Stiftung als Instrument für Vermögensaufbau
Eine Stiftung lohnt sich insbesondere dann, wenn Vermögen langfristig aufgebaut werden soll. Sie ist kein „Steuerspar-Trick“, sondern eine Struktur, die bei entsprechender Nutzung steuerliche Effekte ermöglicht. Dazu gehört zum Beispiel:
  • Reinvestition von Verkaufserlösen
  • Bündelung von Immobilieninvestitionen
  • Nutzung in Kombination mit einem operativen Unternehmen
  • Verlagerung von Gewinnen zur weiteren Vermögensbildung
Ohne diese strategische Nutzung amortisieren sich die Gründungskosten und der Verwaltungsaufwand nicht.
Mindestvermögen für die Gründung
Unabhängig von der Strategie gibt es eine formale Untergrenze für die Gründung. Je nach Bundesland wird ein Mindestvermögen von etwa 50.000 Euro bis hin zu 200.000 Euro verlangt. Dieses Vermögen kann als Bargeld oder auch als Unternehmenswert eingebracht werden. Allerdings reicht es nicht, die Mindestgrenze zu erfüllen. Die Stiftung muss wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden können, und die anfänglichen Strukturkosten sollten sich durch spätere Vorteile rechtfertigen lassen.
Vermögensschutz und Nachfolge – unabhängig von der Höhe
Neben steuerlichen Überlegungen spielt auch der Vermögensschutz eine Rolle. Vermögen in einer Stiftung gehört nicht dem Stifter privat, sondern der Stiftung selbst. Dadurch kann es vor bestimmten privaten Risiken geschützt sein. Ebenso eignet sich die Stiftung für Nachfolgeregelungen. Wer sicherstellen möchte, dass ein Unternehmen dauerhaft in einer bestimmten Struktur fortgeführt wird oder familiäre Streitigkeiten vermeiden will, kann dies über eine Stiftung regeln – unabhängig davon, ob es sich um ein sehr großes oder mittleres Vermögen handelt.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmer verkauft seine Firma für eine Million Euro. Er benötigt nur einen kleinen Teil für private Zwecke und möchte den Rest langfristig investieren. Durch die Nutzung einer Stiftung bleibt nahezu das gesamte Kapital investierbar und wird weiter aufgebaut. In einer alternativen Situation, in der das Geld vollständig privat verbraucht worden wäre, hätte die Stiftung hingegen keinen Vorteil gebracht.
FAQ
Lohnt sich eine Stiftung erst ab einer Million Euro?
Nein. Die Vermögenshöhe allein ist nicht entscheidend.
Was ist wichtiger als die Vermögenssumme?
Die Frage, ob das Vermögen reinvestiert oder privat verbraucht werden soll.
Gibt es ein Mindestvermögen für die Gründung?
Ja. Je nach Bundesland liegt es meist zwischen 50.000 und 200.000 Euro.
Ist eine Stiftung ein Allheilmittel zur Steuervermeidung?
Nein. Sie wirkt nur sinnvoll in einer passenden wirtschaftlichen Strategie.
Eignet sich eine Stiftung auch für Vermögensschutz?
Ja. Vermögen in der Stiftung ist vom privaten Vermögen getrennt.

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