Einzelunternehmen in eine GmbH umwandeln – diese 4 Varianten gibt es
Viele Unternehmer starten mit einem Einzelunternehmen, doch mit steigenden Gewinnen wächst auch die Steuerlast. Eine Umwandlung in eine GmbH kann erhebliche steuerliche Vorteile bieten. Es gibt vier Möglichkeiten, dein Einzelunternehmen in eine GmbH zu überführen – doch eine davon kann teuer werden. Hier erfährst du, welche Variante für dich die richtige ist.
1. Fehler vermeiden: Keine neue GmbH mit Geschäftsübertragung
Ein häufiger Fehler ist es, eine neue GmbH zu gründen, das Einzelunternehmen abzumelden und das Geschäft einfach in der GmbH weiterzuführen. Das Finanzamt unterstellt in diesem Fall eine Entnahme des gesamten Unternehmenswerts in das Privatvermögen.
Was bedeutet das?
- Das Finanzamt berechnet den Unternehmenswert anhand des Jahresgewinns multipliziert mit 13,75.
- Dieser Betrag wird dann mit bis zu **50 % besteuert**.
- Die Steuerlast kann schnell sechs- oder siebenstellige Beträge erreichen.
Fazit: Diese Variante kann extrem teuer werden und sollte unbedingt vermieden werden.
2. Einbringung in eine neue GmbH (Kapitalerhöhung oder Sachgründung)
Eine steuerneutrale Möglichkeit ist die offizielle Einbringung des Einzelunternehmens in eine neue GmbH. Dies kann auf zwei Wegen erfolgen:
- Sachgründung: Das Einzelunternehmen wird direkt als Sacheinlage in die GmbH eingebracht.
- Kapitalerhöhung: Die bestehende GmbH erhöht ihr Kapital, indem das Einzelunternehmen eingebracht wird.
Warum ist die Kapitalerhöhung die bessere Wahl?
- Sie verursacht weniger Formalitäten und geringere Kosten.
- Das Einzelunternehmen kann mit einem Mindestbetrag (z. B. 1 €) eingebracht werden.
- Über einen Buchwertantrag kann die Umwandlung steuerneutral erfolgen.
Diese Variante ermöglicht einen problemlosen Übergang und sichert die steuerlichen Vorteile der GmbH.
3. Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz (Ausgliederung)
Bei dieser Variante wird das Einzelunternehmen zunächst als eingetragener Kaufmann (e.K.) im Handelsregister angemeldet. Danach kann es nach dem Umwandlungsgesetz steuerneutral in eine GmbH überführt werden.
Vorteile dieser Methode:
- Rückwirkende Steueroptimierung: Die GmbH kann bis zu 8 Monate rückwirkend gegründet werden.
- Automatische Vertragsübertragung: Alle bestehenden Verträge des Einzelunternehmens gehen automatisch auf die GmbH über.
Diese Variante eignet sich besonders für Unternehmer, die bereits länger im Geschäft sind und ihre Steuerlast reduzieren möchten.
4. Verkauf des Einzelunternehmens an die GmbH
Falls das Einzelunternehmen einen niedrigen Unternehmenswert hat, kann es direkt an die GmbH verkauft werden. Dabei entsteht ein Veräußerungsgewinn, der in manchen Fällen steuerfrei bleibt.
Wann lohnt sich diese Variante?
- Wenn der Gewinn unter 50.000 € liegt, kann er durch Freibeträge steuerfrei bleiben.
- Die GmbH kann den Kaufpreis abschreiben und Steuern sparen.
- Die GmbH schuldet dem Unternehmer den Kaufpreis – die Rückzahlung ist steuerfrei.
Diese Variante ermöglicht es, steuerfrei Geld aus der GmbH zu entnehmen und gleichzeitig die Steuerlast zu reduzieren.
Fazit: Welche Variante ist die richtige für dich?
Die optimale Methode zur Umwandlung deines Einzelunternehmens hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Wie hoch ist der Unternehmenswert?
- Soll die Umwandlung rückwirkend erfolgen?
- Bestehen langfristige Verträge, die übernommen werden müssen?
Wenn du wissen möchtest, welche Variante für dich die beste ist, buche eine Steuerstrategieanalyse. Wir helfen dir, die steuerlich optimale Lösung zu finden und die Weichen für deinen langfristigen Vermögensaufbau zu stellen.