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Holding oder Stiftung – wo liegen die echten Steuervorteile?

  • Eine Holding spart Steuern – aber nur in bestimmten Bereichen
  • Bei Aktien und Wertpapieren bietet die Stiftung enorme Vorteile
  • Bei Immobilien kombiniert die Stiftung niedrige Besteuerung mit steuerfreiem Verkauf
  • Durch Steuersatzdifferenzen lassen sich Strukturen strategisch optimieren
Warum die Holding nicht immer die beste Lösung ist
Viele Unternehmer wissen: Mit einer Holding lassen sich Steuern sparen. Das stimmt – allerdings nur in bestimmten Konstellationen. Besonders bei Beteiligungen an operativen Gesellschaften kann eine Holdingstruktur sinnvoll sein. Doch bei Wertpapieren oder bestimmten Vermögensarten greift dieser Vorteil nicht wie oft angenommen. Aktiengewinne in einer GmbH werden grundsätzlich mit rund 30 % besteuert. Die verbreitete Annahme, eine vermögensverwaltende GmbH zahle pauschal nur 15 %, trifft auf Aktienerträge nicht zu. Hier beginnt der Unterschied zur Stiftung.
Aktien und Wertpapiere: Der große Hebel der Stiftung
Privat werden Aktiengewinne mit 25 % Abgeltungssteuer belastet. In einer GmbH liegt die Belastung regelmäßig bei rund 30 %. Eine Stiftung hingegen unterliegt mit Kapitalerträgen grundsätzlich nur der Körperschaftsteuer von 15 %. Zusätzlich verfügt sie über Freibeträge – etwa einen allgemeinen Freibetrag sowie den Sparer-Pauschbetrag. Damit bleibt ein Teil der Erträge jährlich steuerfrei. Besonders interessant wird es bei Aktienverkäufen: Hier sind 95 % der Gewinne steuerfrei, lediglich 5 % unterliegen der 15 %-Besteuerung. Effektiv ergibt sich daraus eine Belastung von rund 0,75 %. Im Vergleich zu 25 % im Privatvermögen ist das ein massiver Unterschied – insbesondere beim langfristigen Vermögensaufbau.
Immobilien: Das Beste aus zwei Welten kombinieren
Immobilien: Das Beste aus zwei Welten kombinieren Auch bei Immobilien zeigt sich der strukturelle Vorteil. Privat besteht die Möglichkeit des steuerfreien Verkaufs nach zehn Jahren. Dafür unterliegen laufende Überschüsse dem persönlichen Steuersatz – schnell 42 %. In einer vermögensverwaltenden GmbH werden laufende Mieterträge nur mit 15 % besteuert. Allerdings entfällt dort der steuerfreie Verkauf nach zehn Jahren. Jeder Verkaufsgewinn bleibt steuerpflichtig. Die Stiftung kombiniert beide Vorteile: Sie unterliegt mit Immobilienerträgen grundsätzlich nur 15 % Körperschaftsteuer – und kann gleichzeitig den steuerfreien Verkauf nach zehn Jahren nutzen. Damit entsteht eine Struktur, die sowohl im laufenden Cashflow als auch im Exit steuerlich optimiert ist.
Vermietung von Wirtschaftsgütern: Nutzung von Steuersatzdifferenzen
Ein weiterer Gestaltungsspielraum ergibt sich bei der Vermietung von Fahrzeugen, Maschinen oder Rechten. Während eine GmbH hier regelmäßig rund 30 % Steuer zahlt, liegt die Belastung in der Stiftung bei 15 %. Wird beispielsweise ein Wirtschaftsgut in der Stiftung gehalten und an ein operatives Unternehmen vermietet, entstehen Einnahmen in der Stiftung mit niedriger Besteuerung. Gleichzeitig kann das operative Unternehmen die Miete als Aufwand geltend machen – dort oft mit einer höheren Steuerentlastung von 30 % oder sogar 42 %. Diese Differenz zwischen niedriger Besteuerung auf der einen und hoher Abzugsfähigkeit auf der anderen Seite erzeugt einen strukturellen Vorteil. Solche Gestaltungen müssen jedoch sauber geplant und umgesetzt werden.
Warum die Stiftung strukturell anders funktioniert als eine Holding
Bei einer klassischen Holding beziehen sich besonders niedrige Steuersätze vor allem auf Beteiligungserträge oder Veräußerungsgewinne von Tochtergesellschaften. Die operative Besteuerung davor bleibt jedoch unverändert hoch. Die Stiftung hingegen kann in bestimmten Einkunftsarten strukturell mit niedrigeren Steuersätzen arbeiten. Dadurch lässt sich nicht nur punktuell, sondern strukturell die Gesamtsteuerbelastung reduzieren.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmer erzielt Gewinne aus Aktienverkäufen und Immobilien. Privat würde er auf Aktien 25 % zahlen, auf Immobilienüberschüsse bis zu 42 %. In einer GmbH wären Aktiengewinne mit rund 30 % belastet, Immobilienverkäufe stets steuerpflichtig. In einer Stiftung hingegen werden Aktienverkäufe faktisch mit rund 0,75 % belastet, laufende Immobilienerträge mit 15 %, und nach zehn Jahren kann ein Verkauf steuerfrei erfolgen. Der Vermögensaufbau beschleunigt sich dadurch erheblich.
FAQ
Ist eine Holding immer steuerlich optimal?
Nein. Bei Aktien und bestimmten Vermögensarten ist sie häufig nicht die beste Lösung.
Warum sind Aktiengewinne in der Stiftung so günstig?
Weil 95 % steuerfrei sind und nur 5 % mit 15 % Körperschaftsteuer besteuert werden.
Kann eine Stiftung Immobilien steuerfrei verkaufen?
Ja, nach Ablauf von zehn Jahren ist ein steuerfreier Verkauf möglich.
Sind solche Gestaltungen riskant?
Nur wenn sie unsauber umgesetzt werden. Eine korrekte Strukturierung ist entscheidend.
Ist diese Gestaltung für jeden geeignet?
Nein. Sie lohnt sich vor allem bei langfristigem Vermögensaufbau und strategischer Strukturplanung.

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