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Was ist ein Stiftungsberater – und worin liegt der Unterschied zum Steuerberater?

  • Der Begriff „Stiftungsberater“ ist rechtlich nicht geschützt
  • Stiftungsberater kennen Abläufe, aber meist keine steuerlichen Folgen
  • Steuerliche Fehler bei Stiftungen können extrem teuer werden
  • Für eine sichere Lösung braucht es beides: Stiftungs- und Steuerkompetenz
Der Begriff Stiftungsberater: Keine geschützte Qualifikation
Der Begriff „Stiftungsberater“ klingt zunächst nach einer hoch spezialisierten Expertenrolle. Tatsächlich ist er jedoch rechtlich nicht geschützt. Das bedeutet: Es gibt keine verbindlichen Anforderungen an Ausbildung, Studium oder Berufserfahrung. In vielen Fällen reicht ein kurzer Lehrgang mit Prüfung, um sich so zu nennen. Das heißt nicht automatisch, dass ein Stiftungsberater schlechte Arbeit leistet. Es bedeutet aber, dass die fachliche Tiefe stark variieren kann – insbesondere dort, wo juristische oder steuerliche Fragestellungen berührt werden.
Was ein Stiftungsberater typischerweise leistet
Ein Stiftungsberater kennt sich vor allem mit dem organisatorischen Ablauf einer Stiftungsgründung aus. Er weiß, welche Unterlagen benötigt werden, wie eine Stiftungssatzung aufgebaut ist und welche Schritte in welcher Reihenfolge zu gehen sind, bis die Anerkennung durch die Stiftungsaufsicht erfolgt. Gerade bei der formalen Gestaltung von Satzung und Stiftungsgeschäft kann diese Erfahrung hilfreich sein. Auch im laufenden Stiftungsmanagement sind Stiftungsberater häufig gut aufgestellt, wenn es um Verwaltungsabläufe und organisatorische Fragen geht.
Die große Schwäche: fehlende steuerliche Objektivität
Ein zentrales Risiko liegt jedoch in der Perspektive. Viele Stiftungsberater bieten ausschließlich das Produkt „Stiftung“ an. Entsprechend selten wird kritisch hinterfragt, ob eine Stiftung im konkreten Fall überhaupt sinnvoll ist. Ob eine andere Struktur steuerlich, wirtschaftlich oder strategisch besser wäre, bleibt häufig außen vor. Genau hier entsteht ein gefährlicher Blindfleck – denn eine Stiftung ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, das nur in bestimmten Situationen optimal passt.
Die Rolle des Steuerberaters bei Stiftungen
Der Steuerberater setzt dort an, wo es richtig teuer werden kann: bei der steuerlichen Bewertung und Umsetzung. Die Gründung einer Stiftung gilt steuerlich als Schenkung und unterliegt der Schenkungssteuer. Welche Freibeträge greifen, hängt unmittelbar davon ab, wer in der Satzung als begünstigt gilt. Auch die Art des eingebrachten Vermögens spielt eine entscheidende Rolle. Bargeld, Immobilien oder Unternehmensanteile werden steuerlich völlig unterschiedlich behandelt. Hier geht es nicht nur um Bewertung, sondern auch um mögliche Steuerbefreiungen und um Wechselwirkungen mit anderen Steuerarten wie Einkommen- oder Grunderwerbsteuer. Diese Zusammenhänge kann ein Stiftungsberater weder rechtssicher beurteilen noch darf er dazu beraten oder haften.
Warum ein „normaler“ Steuerberater oft ebenfalls nicht reicht
Auf der anderen Seite hilft auch ein klassischer Steuerberater häufig nicht weiter. Viele winken beim Thema Stiftung ab, weil ihnen die praktische Erfahrung fehlt oder sie das Thema für zu komplex halten. Aussagen wie „Dafür brauchen Sie Millionenvermögen“ oder „Dann gehört Ihnen das Vermögen nicht mehr“ sind typische Pauschalantworten. Das eigentliche Problem ist nicht fehlendes Steuerwissen, sondern fehlende Spezialisierung. Stiftungen bewegen sich an der Schnittstelle von Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Vermögensstrukturierung und Nachfolgeplanung.
Die entscheidende Erkenntnis: Du brauchst beides
Für eine funktionierende Stiftung braucht es zwei Kompetenzen, die ineinandergreifen. Einerseits das Verständnis für den strukturellen und rechtlichen Aufbau einer Stiftung. Andererseits die steuerliche Expertise, um Vermögensübertragungen optimal zu gestalten und Risiken zu vermeiden. Genau diese Kombination entscheidet darüber, ob eine Stiftung langfristig ein Vorteil oder ein finanzielles Risiko wird. Bei Immotex Steuerberatungsgesellschaft werden Stiftungsgründungen deshalb ganzheitlich begleitet – von der Grundsatzentscheidung über die Satzungsgestaltung bis zur steuerlichen Umsetzung und laufenden Betreuung.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmer plant, Immobilien- und Unternehmensvermögen in eine Familienstiftung einzubringen. Ein reiner Stiftungsberater hätte die Satzung erstellt und die Anerkennung organisiert. Erst durch die steuerliche Begleitung wird jedoch klar, dass bestimmte Begünstigtenregelungen zu einer deutlich höheren Schenkungssteuer geführt hätten. Durch Anpassungen in der Satzung und eine andere Struktur der Vermögensübertragung lässt sich die Steuerlast erheblich reduzieren.
FAQ
Ist der Begriff Stiftungsberater geschützt?
Nein, es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation.
Kann ein Stiftungsberater steuerlich beraten?
Nein, steuerliche Beratung ist Steuerberatern vorbehalten.
Reicht ein normaler Steuerberater für eine Stiftung aus?
In vielen Fällen nicht, da Stiftungen spezielles Know-how erfordern.
Warum ist die Satzung steuerlich so wichtig?
Weil sie bestimmt, wer begünstigt ist – und damit Höhe der Steuer.
Wann ist eine Stiftung sinnvoll?
Vor allem bei langfristiger Vermögens- und Nachfolgeplanung, nicht pauschal.

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