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Stiftung für Unternehmer: Diese 3 Strategien sollten Sie kennen
- Unternehmer können eine Stiftung auf drei unterschiedliche Arten in ihre Unternehmensstruktur integrieren.
- Die Stiftung kann selbst operativ tätig sein oder über Tochtergesellschaften als Holding fungieren.
- Alternativ kann die Stiftung neben dem Unternehmen stehen und ausgewählte Erträge erhalten.
- Je nach Zielsetzung lassen sich Vermögensschutz, Vermögensaufbau und steuerliche Vorteile miteinander kombinieren.
Warum eine Stiftung für Unternehmer interessant sein kann
Die Familienstiftung wird häufig mit Vermögensschutz und Nachfolgeplanung in Verbindung gebracht. Tatsächlich kann sie jedoch deutlich mehr leisten und ein aktiver Bestandteil einer Unternehmensstruktur sein.
Für Unternehmer ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten, eine Stiftung einzusetzen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt insbesondere von den persönlichen Zielen, der bestehenden Unternehmensstruktur und der geplanten Vermögensentwicklung ab. Grundsätzlich lassen sich drei Gestaltungsansätze unterscheiden.
Variante 1: Das Unternehmen wird direkt in der Stiftung geführt
Die erste Möglichkeit besteht darin, dass die Stiftung selbst unternehmerisch tätig wird. Das Unternehmen wird dann nicht mehr als Einzelunternehmen oder GmbH geführt, sondern unmittelbar von der Stiftung betrieben.
Steuerlich wird die Stiftung dabei wie eine Körperschaft behandelt. Auf die Gewinne fallen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer an. Gleichzeitig kann die Stiftung Gewinne ausschütten, Gehälter zahlen oder Darlehen vergeben.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Flexibilität bei Ausschüttungen. Während bei einer GmbH Ausschüttungen grundsätzlich an die Gesellschafter erfolgen, können bei einer Stiftung auch weitere in der Satzung festgelegte Personen berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Kinder oder andere Familienmitglieder.
Darüber hinaus bietet die Stiftung einen hohen Vermögensschutz. Da sie keinen Gesellschafter und keinen Eigentümer hat, ist das Stiftungsvermögen rechtlich von der privaten Vermögenssphäre getrennt. Gleichzeitig befindet sich bei dieser Struktur das operative Unternehmensrisiko unmittelbar innerhalb der Stiftung.
Variante 2: Die Stiftung als Holdinggesellschaft
In vielen Fällen wird die Stiftung nicht selbst operativ tätig, sondern gründet oder hält eine Tochtergesellschaft, beispielsweise eine GmbH.
Dadurch wird das operative Risiko von der Stiftung getrennt. Die geschäftliche Tätigkeit findet innerhalb der GmbH statt, während die Stiftung als übergeordnete Holding fungiert.
Die Gewinne werden zunächst in der operativen Gesellschaft versteuert. Anschließend können sie an die Stiftung ausgeschüttet werden. Diese Struktur verbindet Vermögensschutz mit einer klaren Trennung von operativem Geschäft und langfristigem Vermögensaufbau.
Besonders interessant kann diese Variante für Unternehmer sein, die ihr Unternehmen später verkaufen möchten. Erfolgt der Verkauf über die Veräußerung von Gesellschaftsanteilen, können entsprechende steuerliche Begünstigungen genutzt werden. Dadurch eignet sich die Stiftung-Holding-Struktur auch für Unternehmer, die bereits heute einen späteren Unternehmensverkauf in ihre Planung einbeziehen möchten.
Variante 3: Die Stiftung neben dem Unternehmen
Die dritte Möglichkeit ist besonders flexibel. Hier ist die Stiftung weder selbst Unternehmerin noch Gesellschafterin des operativen Unternehmens.
Stattdessen erhält sie bestimmte Erträge aus der Unternehmensstruktur. Dies können beispielsweise Kapitalerträge, Mieteinnahmen oder Managementvergütungen sein. Die Stiftung steht somit neben dem Unternehmen und übernimmt bestimmte Funktionen innerhalb des Gesamtverbunds.
Je nach Art der Einkünfte können diese innerhalb der Stiftung mit lediglich 15 % Körperschaftsteuer besteuert werden. Gleichzeitig werden die entsprechenden Aufwendungen im operativen Unternehmen berücksichtigt. Dadurch entsteht eine steuerliche Differenz zwischen der Besteuerung auf Ebene des Unternehmens und der Besteuerung innerhalb der Stiftung.
Im Gegensatz zur Holdinglösung erfolgt hierbei keine vollständige Verlagerung der Unternehmensgewinne. Dafür lässt sich die Stiftung oftmals einfacher und gezielter in bestehende Strukturen integrieren.
Welche Strategie die richtige ist
Jede der drei Varianten verfolgt unterschiedliche Ziele.
Die direkte unternehmerische Tätigkeit innerhalb der Stiftung bietet eine einfache Struktur und hohen Vermögensschutz. Die Stiftung als Holdinggesellschaft ermöglicht eine Trennung zwischen Vermögen und operativem Risiko. Die dritte Variante eignet sich insbesondere für Unternehmer, die bestehende Strukturen beibehalten und dennoch steuerliche Vorteile einer Stiftung nutzen möchten.
Welche Lösung die sinnvollste ist, hängt immer von der individuellen Situation, den geplanten Investitionen, der familiären Struktur und den langfristigen Zielen des Unternehmers ab.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmer erzielt regelmäßig Gewinne mit seiner operativen GmbH und möchte diese langfristig für den Vermögensaufbau nutzen.
Anstatt die Gewinne vollständig privat zu vereinnahmen, wird eine Stiftung in die Unternehmensstruktur integriert. Die operative Tätigkeit verbleibt in der GmbH, während die Stiftung als Holdinggesellschaft fungiert. Gewinne können an die Stiftung weitergeleitet und dort für zukünftige Investitionen eingesetzt werden.
Gleichzeitig bleibt das operative Risiko in der GmbH, während das langfristig aufgebaute Vermögen innerhalb der Stiftung geschützt wird. So entstehen klare Strukturen für Vermögensaufbau, Nachfolgeplanung und unternehmerisches Wachstum.
FAQ
FAQ
Kann eine Stiftung selbst ein Unternehmen betreiben?
Ja. Eine Stiftung kann selbst unternehmerisch tätig sein und ein Unternehmen unmittelbar führen.
Warum wird häufig eine Stiftung-Holding genutzt?
Durch die Trennung von Stiftung und operativer Gesellschaft kann das operative Risiko von dem langfristig aufgebauten Vermögen getrennt werden.
Können Gewinne an eine Stiftung ausgeschüttet werden?
Ja. Eine Tochtergesellschaft kann Gewinne an die Stiftung weiterleiten, sodass diese für Vermögensaufbau und weitere Investitionen genutzt werden können.
Welche Vorteile bietet eine Stiftung gegenüber einer GmbH?
Zu den wesentlichen Vorteilen gehören der Vermögensschutz sowie die größere Flexibilität bei Ausschüttungen an begünstigte Personen.
Ist eine Stiftung für jeden Unternehmer geeignet?
Laut dem dargestellten Praxisansatz kann eine solche Struktur insbesondere bei mehreren hunderttausend Euro Projektgewinn pro Jahr interessant werden.
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