Was ist ein Stiftungsberater – und wann brauchst du zusätzlich einen Steuerberater?
ARTIKEL | 4 Min.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick
„Stiftungsberater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung
Stiftungsberater kennen den Ablauf, nicht zwingend die steuerlichen Folgen
Steuerliche Fehler entstehen meist bei Vermögensübertragungen
Für eine sichere Stiftungsstruktur braucht es beides: Struktur- und Steuerkompetenz
Warum die Frage nach dem richtigen Berater so entscheidend ist
Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine Stiftung zu gründen oder eine bestehende Stiftung sinnvoll zu nutzen, stößt sehr schnell auf den Begriff „Stiftungsberater“. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob nicht auch ein Steuerberater ausreicht – oder ob man sogar beide braucht.
Die Antwort ist differenziert. Denn Stiftungsgründungen scheitern selten an der Idee, sondern an unklaren Zuständigkeiten, fehlender steuerlicher Einordnung und unvollständiger Planung.
Was ein Stiftungsberater tatsächlich leistet
Ein Stiftungsberater ist in erster Linie auf den formalen und organisatorischen Prozess der Stiftungsgründung spezialisiert. Dazu gehört insbesondere das Wissen darüber, wie eine Stiftung rechtlich errichtet wird und welche Schritte in welcher Reihenfolge notwendig sind.
Typische Aufgaben eines Stiftungsberaters sind:
Begleitung des Gründungsprozesses von der Idee bis zur Anerkennung
Strukturierung der Stiftungssatzung und des Stiftungsgeschäfts
Koordination mit der Stiftungsaufsicht
Sicherstellung, dass formale Anforderungen erfüllt werden
Der Fokus liegt dabei klar auf dem Stiftungsrecht und dem Ablauf der Gründung. Steuerliche Fragestellungen gehören in der Regel nicht zu seinem Tätigkeitsbereich – und dürfen häufig auch rechtlich gar nicht beraten werden.
Wichtig ist dabei zu wissen: „Stiftungsberater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung, kein zwingendes Studium und keine Haftung für steuerliche Fehlberatungen.
Die größte Schwäche klassischer Stiftungsberatung
Ein strukturelles Problem vieler Stiftungsberatungen liegt in der fehlenden Objektivität. Wer ausschließlich Stiftungen „verkauft“, wird selten ehrlich sagen, dass eine Stiftung im konkreten Fall nicht sinnvoll ist.
Gerade bei kleineren oder unklar strukturierten Vermögen kann eine Stiftung mehr Kosten, Komplexität und Risiken verursachen als Nutzen. Diese Abwägung findet jedoch häufig nicht statt, wenn der Fokus ausschließlich auf der Gründung liegt.
Was der Steuerberater im Stiftungsumfeld leistet
Der Steuerberater setzt dort an, wo es finanziell kritisch wird: bei der steuerlichen Einordnung und Umsetzung.
Bereits die Gründung einer Stiftung gilt steuerlich als Schenkung. Welche Steuer anfällt – oder ob sie sich vermeiden lässt – hängt maßgeblich davon ab, wie die Satzung formuliert ist und wer als begünstigt gilt.
Der Steuerberater prüft unter anderem:
Welche Freibeträge greifen bei der Stiftungsgründung
Wie Vermögen steuerlich zu bewerten ist (Geld, Immobilien, Unternehmen)
Welche Steuerarten betroffen sind (Schenkungssteuer, Einkommensteuer, Grunderwerbsteuer)
Wie spätere Einbringungen oder Ausschüttungen optimal gestaltet werden
Darüber hinaus übernimmt er die Erstellung der Schenkungssteuererklärung, die steuerliche Erfassung der Stiftung beim Finanzamt und begleitet spätere Gestaltungen rechtssicher.
Warum ein normaler Steuerberater oft nicht ausreicht
Viele Steuerberater haben im Alltag kaum Berührungspunkte mit Stiftungen. Entsprechend vorsichtig oder ablehnend fallen häufig die Einschätzungen aus. Pauschale Aussagen wie „Dafür brauchst du Millionen“ oder „Das lohnt sich nicht“ sind oft Ausdruck fehlender Spezialisierung – nicht zwingend einer fundierten Analyse.
Stiftungen bewegen sich an der Schnittstelle von Steuerrecht, Gesellschaftsrecht und Vermögensnachfolge. Ohne praktische Erfahrung in diesem Bereich bleiben wichtige Gestaltungsmöglichkeiten ungenutzt.
Die richtige Lösung: Kombination aus Struktur- und Steuerkompetenz
Für eine sichere und sinnvolle Stiftungsstruktur reicht weder ein reiner Stiftungsberater noch ein klassischer Steuerberater allein aus. Entscheidend ist die Verzahnung beider Perspektiven.
Nur wenn Satzung, Stiftungszweck und Begünstigtenkreis von Anfang an steuerlich mitgedacht werden, lassen sich spätere Steuerfallen vermeiden und die Stiftung langfristig sinnvoll nutzen.
Praxisbeispiel: Stiftung ohne steuerliche Prüfung
Ein Unternehmer gründet eine Familienstiftung mit externer Beratung. In der Satzung werden neben den Kindern auch entfernte Verwandte als potenzielle Begünstigte aufgenommen. Steuerlich führt dies dazu, dass bei der Gründung nur ein minimaler Freibetrag greift und hohe Schenkungssteuer anfällt.
Mit steuerlicher Begleitung hätte der Begünstigtenkreis gezielt strukturiert werden können – mit erheblich geringerer Steuerbelastung.
FAQ – Stiftungsberater und Steuerberater
Ist ein Stiftungsberater gesetzlich reguliert?
Nein. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und erfordert keine bestimmte Ausbildung.
Kann ein Stiftungsberater steuerlich beraten?
In der Regel nein. Steuerliche Beratung ist Steuerberatern vorbehalten.
Reicht ein Steuerberater für die Stiftungsgründung aus?
Nur, wenn er auf Stiftungen spezialisiert ist und den Ablauf kennt.
Was ist das größte Risiko bei Stiftungsgründungen?
Unklare Satzungen und steuerliche Fehlgestaltungen bei Vermögensübertragungen.
Wann sollte man beide einbeziehen?
Immer dann, wenn Vermögen strukturiert, übertragen oder langfristig gesichert werden soll.
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